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Rügenwalde und Leba

Die Einfahrt nach Rügenwalde ist für eine 806 mit Außenborder und Westwind kaum möglich. Der Gegenstrom durch die Flussmündung erzeugt chaotische und hohe Wellen, die den AB immer wieder aus dem Wasser heben. Was geht ist segeln, da im Vorhafen genügend Raum zum Segelbergen ist. Von Westen kommend, wird der Leuchtturm von einem Hotelneubau verdeckt. Da sollte das Hafenhandbuch aktualisiert werden.

Der Ort ist vom Hafen zu Fuß zu erreichen und bietet kleine Geschäfte und ein paar Sehenswürdigkeiten. Am Hafen ist sicher im Sommer viel los, was die Buden und Kneipen an der Promenade vermuten lassen. Im Hafenbecken ist es unruhig, da zum einen rundherum Fischentrawler für Hobbyangler liegen, die um 5Uhr losfahren und zum anderen befördert der Fluss immer wieder lange Wellen ins Becken. Aber hier sammeln sich die Segler, die das angrenzende Sperrgebiet durchfahren möchten. Sonntags können sie ungehindert durchkreuzt werden. 
Die Ausfahrt war bei Westwind 5Bft noch dramatischer. Gut, dass ich mit gerefftem Groß gute Höhe laufend kann, um in der Einfahrt hinaus zukreuzen.

Leba ist ein geschützter Hafen, der Richtung West gute Abdeckung bietet. Also reinsurfen, in der Deckung der Einfahrt die Segel bergen und Motor an. Zum Ort sind es schon einige Schritte, dafür hat man unmittelbar den Kiefernwald mit den Dünen dahinter vor der Nase. Na und die großen Wanderdünen muss man auch gesehen haben. Die Sanitäranlagen sind einfach, dafür brauche ich nur 10€ bezahlen.

 

 

Dievenow und Kolberg

Die Polen mögen mir verzeihen, ich kann die Orte nicht auf polnisch schreiben, geschweige aussprechen. Daher gehe ich mit der Seekarten unter dem Arm ins Hafenbüro. Zeigen geht immer. In Polen wollen die Hafenmeister wissen woher du kommst und welchen Hafen als nächstes angesteuert wird. Ich interpretiere es einmal als Sorgfaltspflicht.

Von Wollin dem dritten Mündungsarm der Oder folgend und nachdem die Irritationen zur Brückenöffnungszeiten und Rufnummern der Brückenwärter ausgeräumt waren, kam ich in die Marina Dievenow an. Der von mir informierte NV-Verlag hat sofort reagiert und eine Berichtigung gesendet. TOPP.
Der Hafenbesitzer scheint Kasse zu machen. Obwohl 12€ für mich annehmbar sind.

 Ansonsten ist der Ort ein Badeort, also noch nichts los. Südlich liegt eine Tankstelle und ein „Marienkäfer“-Supermarkt. Zur Promenade ist es nicht weit. Auch hier hat die EU ganze Arbeit geleistet.

Die Hafeneinfahrt von Kolberg ist nicht ohne für eine 806. Ich war bei 15Kn ablandigem Wind und kleiner Welle über 5 Stunden einen gewissen Rhythmus gewöhnt, der mich ermutigt, vor der Hafeneinfahrt die Segel zu bergen. Das wurde zum Ritt auf den chaotischen Wellen. Die hier mündende Parseta hat schon ziemliche Strömung und mein 5 PS AB hatte viel zu tun, um ins Hafenbecken zu kommen. Die letzte Marina von der Ostsee kommend ist der Tipp von mir. Nagelneu, die nächste zur City, hinter dem Fußballplatz ein Lidl, netter Hafenmeister, tolle Sanitäranlagen. Aber man sollte Zlotys als Münzen haben für die Automaten Dusche und Strom.
Aber ist schon etwas anders hier. Industrie, Plattenbauten, Eisenbahn (fährt aber sehr selten), Möwenkolonie, und der Müll sammelt sich im hinteren Hafenbecken. Die Stadt ist Ansichtssache vom Blickwinkel des Betrachters. Kurort und Industrie ist eine merkwürdige Mischung, die überall den Kontrast deutlich werden lässt.